24.06.2015

Familienministerin Karmasin unterstreicht im Rahmen ihres Bundesländertages die Bedeutung von Familienfreundlichkeit für den Wirtschafts-, Lebens- und Zukunftsstandort Kärnten

Welche Relevanz die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Kärnten hat, wurde in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Vertreter/inne/n der Landespolitik, der Industriellenvereinigung sowie der Wirtschaftskammer Kärnten thematisiert. Im Zentrum des Engagements zur Steigerung der Familienfreundlichkeit in Kärnten stehen bessere Vernetzung, Freiwilligkeit, sowie die engere Zusammenarbeit von Unternehmen, Gemeinden und Politik.

"Familienfreundlichkeit ist längst nicht mehr nur eine Frage von sozialem Engagement, sondern von elementarer Bedeutung für den Wirtschafts-, Lebens- und Zukunftsstandort Kärnten", erklärte Familien- und Jugendministerin Dr. Sophie Karmasin heute im Rahmen eines gemeinsamen Pressetermins mit Vertreter/inne/n aus Landespolitik, Industriellenvereinigung und Wirtschaftskammer Kärnten.

Familienfreundlichkeit - alles spricht dafür
Die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie spielt für Bundesministerin Karmasin in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle. "Familienfreundlichkeit ist der Schlüssel für Wachstum und die Zukunftsfähigkeit Österreichs.
Aus diesem Grund wurde vor Kurzem die Initiative ‚Unternehmen für Familien‘ ins Leben gerufen, die dazu beitragen soll, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu einer Selbstverständlichkeit zu machen und Österreich bei diesem Thema an die Spitze Europas zu bringen", so Karmasin. Das Ziel der Initiative ist damit klar definiert - deutliche Akzentsetzung für den Nutzen von Familienfreundlichkeit in der öffentlichen Diskussion. "Wir müssen die theoretischen Erkenntnisse, die wir über den Nutzen von Familienfreundlichkeit in Wirtschaft und Gesellschaft haben, durch Umsetzung gezielter Maßnahmen auf den Boden bringen", so Karmasin weiter.

Mehr als 100 Partner unterstützen bereits die Initiative
Seit Start der Initiative vor wenigen Wochen haben sich österreichweit bereits mehr als 100 Partner aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung angeschlossen. Auch in Kärnten treten namhafte Unternehmen wie Infineon Technologies Austria AG, die BKS Bank AG, das Hilfswerk Kärnten oder die Alpen-Adria-Universität Klagenfurt für mehr Familienfreundlichkeit ein und leisten dazu einen aktiven Beitrag - freiwillig, aus Überzeugung und unter Einbindung der MitarbeiterInnen.

Durch "Best Practices", nationale und internationale Studien, Vernetzung und Austausch soll es zu einer gesteigerten Wahrnehmung des Themas bei Entscheidungsträger/inne/n in Unternehmen und Gemeinden kommen. In weiterer Folge sollen immer mehr familienfreundliche Maßnahmen umgesetzt werden, indem Unternehmen voneinander lernen und bewährte Projekte übernehmen können. Der Beitritt zum Netzwerk "Unternehmen für Familien" steht allen Unternehmen, Organisationen und Gemeinden offen und ist kostenlos möglich.

Familienfreundlichkeit ist für Industrie ein entscheidender Standortfaktor
"Österreichs Standortqualität hat mittlerweile bestenfalls Mittelmaß erreicht. Das negieren der Ergebnisse von seriösen internationalen Untersuchungen wird sicher nicht für eine Trendwende auf dem Arbeitsmarkt sorgen. Arbeitsplätze können nur dann entstehen, wenn die Rahmenbedingungen so gestaltet sind, dass Unternehmerinnen und Unternehmer wirtschaften können und damit neue Arbeitsplätze schaffen. Österreich benötigt daher endlich Impulse für Arbeitsplätze, wie eine substanzielle Reduktion der Lohnnebenkosten oder eine Modernisierung der Arbeitszeit", mahnt Christoph Kulterer, Präsident der Industriellenvereinigung Kärnten und verweist auf die Relevanz von Familienfreundlichkeit als Wirtschafts- und Standortfaktor für Kärnten.

Die Kärntner Industrie leistet wesentliche Beiträge zur Familienfreundlichkeit. Sie reichen von einer großen Anzahl sehr unterschiedlicher Teilzeitmodelle, Vertrauensarbeit, Homeoffice-Regelungen über Kooperationen mit öffentlichen und privaten Kinderbetreuungseinrichtungen bis hin zu eigenen Krabbelstuben. "Als Industriellenvereinigung haben wir in Kärnten Vorzeigeprojekte mit Österreich-Bedeutung mit aus der Taufe gehoben, die den Standortfaktor Familien-
freundlichkeit positiv unterstützen", ergänzt Kulterer.

So wurde auf Initiative der IV Kärnten mit dem CIC Carinthian International Club (www.cic-network.at) eine Plattform für ausländische Mitarbeiter/innen in Industrie und Wissenschaft ins Leben gerufen, die die Vernetzung fördert und Betreuungsangebote für Familien in Kärnten organisiert. Mit der ISC International School Carinthia (www.isc.ac.at) verfügt Kärnten außerdem über ein österreichweites Best Practice Schul-Beispiel, das zur Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Kärnten beiträgt.

Familienfreundlichkeit ist ein Thema für Kärntner Unternehmen
Auch aus Sicht der Wirtschaftskammer Kärnten ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein Top-Thema. "Die Erfahrungen der Wirtschaftskammer Kärnten im Umgang mit dem Thema Familienfreundlichkeit sind vielfältig und stimmen zuversichtlich", erklärt Sylvia Gstättner, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Kärnten und Vorsitzende von Frau in der Wirtschaft Kärnten, die zugleich ergänzt: "Familienorientierung ist für Kärnten, das gerade im internationalen Vergleich als attraktiver Wirtschafts- und Lebensstandort punkten will, besonders wichtig. Dennoch gibt es noch immer großen Handlungsbedarf bei der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf".

Forderungen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Zu den wichtigsten Forderungen der Wirtschaftskammer Kärnten zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zählt insbesondere die Steigerung der Betreuungsquote der unter Dreijährigen auf 33 Prozent. Diese wird von Österreich mit 19,7 Prozent und Kärnten mit 16,5 Prozent derzeit noch deutlich unterschritten. "Vor allem im ländlichen Raum mangelt es dramatisch an einem ausreichenden und zeitlich genügend flexiblen Angebot an Kinderbetreuungsplätzen. So haben etwa nur zwei Drittel der vorhandenen Einrichtungen bis 16 Uhr geöffnet. Dazu kommen noch ausgedehnte Schließzeiten vor allem im Sommer, die viele berufstätige Eltern vor große Probleme bei der Kinderbetreuung stellen", betont Gstättner.

Regionale Kooperationen als Gebot der Stunde
Im Hinblick auf die Lebensrealität, dass zwei Drittel der Kärntner Unternehmerinnen auch am Wochenende arbeiten, braucht es aus Sicht von Gstättner individuelle und vor allem flexible Lösungen der Kinderbetreuung. In ihrer Rolle als Frau in der Wirtschaft Vorsitzende fordert sie daher, das Alter für die Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten von derzeit 10 auf 14 Jahre auszuweiten. Eine enorme Erleichterung für Elternteile wäre es außerdem, wenn Kinder wahlweise in der Gemeinde des Unternehmensstandortes oder in der jeweiligen Wohngemeinde betreut werden könnten. Eine stärkere Vernetzung der Gemeinden, um solche Lösungen unbürokratisch umzusetzen, ist für die Wirtschaftskammer Kärnten daher das Gebot der Stunde.

Bessere Vereinbarkeit erfordert Abschied von starren Konzepten
"Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist wesentlicher Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg jeder Region. Denn Betriebe werden sich vornehmlich dort niederlassen, wo die Vereinbarkeit gegeben ist und sehr gut qualifizierte Arbeitskräfte vorhanden sind. Wir müssen uns von den starren Konzepten verabschieden und das Thema auf allen Ebenen zeitgemäß gestalten. Die Wahlfreiheit in Bezug auf die Kinderbetreuung sollte dabei aber auch zukünftig in der Familie bleiben", erklärt Bürgermeister Herbert Gaggl, Abgeordneter zum Kärntner Landtag und Familiensprecher

Hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion zum Thema Familienfreundlichkeit
Anlässlich ihres Kärnten-Besuchs am 24. Juni folgt Bundesministerin Karmasin auch einer Einladung der Industriellenvereinigung Kärnten. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion stellt sie dabei die Initiative "Unternehmen für Familien" vor und diskutiert u.a. mit Landeshauptmann Peter Kaiser, Infineon Vorstandsvorsitzender Sabine Herlitschka, Treibacher Industrie AG Vertreter Hanno Moser und IV Kärnten Präsident Christoph Kulterer zum Thema.

Weitere Informationen über die Initiative "Unternehmen für Familien", Vorstellung von Best-practice Beispielen und Möglichkeiten, wie Unternehmen und Gemeinden kostenlos beitreten können unter www.unternehmen-fuer-familien.at





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